Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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dieſe Vergleichung anſtellen. Sie ſagt unter Anderm: Zwei der ausgezeichnetſten Frauen unſers Jahrhun⸗ derts Rahel tief, geiſtreich, voll Energie der Lei⸗ denſchaft Bettina glühend und genial. Bettina hat ihr Ideal in Göthe geliebt, und daß ſie das konnte, war Glück, hohes Glück. Sie ſah den Mann ihres Herzens im Strahlenglanze des Ruhmes; ſie konnte alles Schöne und Herrliche auf ihn beziehen, ihm die herrlichſten Blüten ihres Denkens und Em⸗ pfindens weihen. Er war der Reichbegabte, der Götterliebling, die Sonne, die Alles belebte, was ſich ihres Lichts erfreute aber ſie war Pe⸗ trarka, er Laura, d. h. der idealiſirte Gegenſtand ihrer Schwärmerei, der Begeiſterung und der anbe⸗ tenden Liebe, die der Grundton dieſer ſchönen weib⸗ lichen Natur ſind. In Rahel offenbart ſich eine freiere, bewußtere Thätigkeit des Geiſtes. Beide Frauen ſind romantiſche Charaktere; Bettina reprä⸗ ſentirt in der weiblichen Natur die Wärme, Rahel das Licht. Rahels Verhältniß zu Gott und ihr Glaube an ihn war ſo kindlich erhaben, wie die Bibel iſt. Bettina's Religion iſt bloßer Naturdienſt. Ihre Anſichten von der Natur ſind der originellſte und idealiſchſte Naturblick eines tiefſinnigen Gemü⸗ thes, das nie das Bedürfniß einer wiſſenſchaftlichen Erkenntniß empfunden hat. Sie iſt eine Seherin und überraſcht uns oft durch Offenbarungen, die mit den ſcharfſinnigſten Forſchungen der Naturphilo⸗ 14