Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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Werke mit Liebe und Kunſteifer vertieften, einen dringenden Einfluß; dieſer führt zum Nachdenken, Nachempfinden, Nachbilden wenigſtens bei vielen Menſchen, die nicht wieder ſelbſt Genie's ſind. Ein Genie ſtößt an die Weltkreiſe des Andern heftig und zündend, wie Stahl an Stein. Die übrigen Klein⸗ menſchen ſind in der Welt, welche ihnen ein Groß⸗ menſch(Genie) aufgeſchloſſen, ſo lange gefangen und feſtgehalten, bis ihnen der raſtlos arbeitende Verſtand, den das Genie nicht hat, einc noch un⸗ ausgebaute oder vergeſſene Stelle, eine offene Lücke zeigt dann entſchlüpfen ſie, kommen aber noch lange nicht zu ſich. Frauen, deren Weſen ohnehin mehr empfänglich iſt, können daher ſich in Göthe's Welt ſo einleben, daß ſie gewöhnt werden, Alles mit andern Augen zu ſehen und mit verwandeltem Herzen zu durchfühlen. Man würde leicht aus Bet⸗ tina's Schriften oder aus den Briefen Rahels von Enſe die oft ſich verknäuelnden Fäden Göthiſcher Gedanken ausziehen können. Die eigenthümliche, innere Welt vermag dabei zu beſtehen, ſie wächſt in Stein und Gebirg, in Baum und Blume aus; ſie ſprudelt Quellen aus dem Sande oder Felſen, aber die Beleuchtung dieſer Welt klar oder trübe kommt von oben, von jener Geiſtesſonne, vor wel⸗ cher die Naturprieſterinnen im Staube liegen, zu der ſie aber nicht hinanzuklimmen vermögen. Ein Glück noch, wenn es bei dieſem Cultus des Genius