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über müßte uns eine ausführliche Unterſuchung erſt noch ganz aufklären; wir deuten nur Einiges an. Zunächſt traten ihnen wohl Göthe's Frauenbilder ſelbſt entgegen, dieſe wunderlichen, aus reiner Natur, voetiſcher Laune und kaum verſteckter Geringſchätzung des ganzen Geſchlechts zuſammengewebten Geſtalten, welche auf manche dunkle Stelle des eigenen Weſens ihnen grelle Streiflichter warfen. Dieſe Mignons, Ottilien, Philinen, Mariannen verſtießen nun zwar gegen geheiligte Sitten und die nothwendigen Schran⸗ ken des Herkommens, doch ſind ſie wahr und zeigen, was Frauen aus ſich zu entwickeln vermögen, wenn ihre Bildung ihnen ſelbſt ganz überlaſſen iſt. Da⸗ her ſträubten ſich Göthe's geiſtvollſte Verehrerinnen gegen hergebrachte, allerdings oft unzulängliche weib⸗ liche Erziehungz ſie ſtritten für das Recht der Selbſt⸗ bildung; ſie ſtellten, ſoweit ihr Leben von ihrer freien Geſtaltung abhieng, in demſelben ein Gemenge der verſchiedenſten Perſönlichkeiten aus Göthe's Dich⸗ tungen— aber in einer Perſon!— dar. Der Charakter bleibt ſich aber nicht gleich, je nachdem bald dieſe Ottilie, bald jene Mignon auftaucht. Man darf indeſſen meine Anſicht nicht falſch deuten, nicht als hätten ſich dieſe Frauen, unter denen Bet⸗ tina eine der Erſten iſt, in den Kopf geſetzt, Gö⸗ the's Frauen zu verwirklichen, im Haſchen nach Genialität nachzuäffen. Vielmehr meine ich ſo. Das Genie übt auf Alle, die ſich in Betrachtung ſeiner


