Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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oder ſolche, denen noch irgend ein irdiſcher Gedanke an die Scele im Sterben anklebte, den ſie mit hinüber nahmen und der ſie nun auch an dieſe Erdennähe bindet. Die Seherin bediente ſich endlich in ihrem halbwachen Zuſtande einer Sprache, die ihr völlig eigenthümlich, wohlklingend und einer vrientaliſchen ähnlich war; dieſe Sprache, ſagte ſie, liege von Natur in ihr und ſei der zu vergleichen, die zu Jakobs Zeiten geſprochen worden, in jedem Menſchen liege eine ähnliche Sprache, die aus innern Zahlen hervorgehe, weil Schrift und Zahl immer miteinander verbunden ſeien. Dieſe Mittheilungen genügen, um das eigenthümliche Bild Friedrikens hier abzu⸗ ſchließen. Fragt mag nach unſerer Meinung von der Seherin, ſo geſtehen wir unbedingt ihr allen poetiſchen Glauben zu, der ſich auch nicht ſchwächen würde, wenn ſie den überwältigenden Einflüſſen des Kerneriſchen Geiſtes ſich nicht hätte entziehen können. Ihr Schauen und Verkünden war Ein kühnes Ge⸗ dicht, für welches der mit einem zerrütteten Nerven⸗ leben ringende Geiſt nur die rechte Form nicht finden konnte; es war aber ein Dichten, welches uns mit ſo viel geheimen Schaudern erfüllt, wie die gemeſ⸗ ſenen Schritte des Schlafwandlers auf ſchwindelnder Höhe oder auf luftigem Thurm. Kann der Dichtung Flamme dem Menſchen je zum Fluche werden, ſo iſt es dann, wenn ſie aus ſolch verborgenen nächt⸗ lichen Abgründen des Geiſtergeheimniſſes empor lodert.