Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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jenen Jahren der Erniedrigung für Deutſchland ge⸗ wirkt, ja ſelbſt in Männerkleidern das Schwert oder Feuerrohr getragen. Die Namen einer Johanna Stegen, Lenore Prochaska und Anderer werden in der Geſchichte fortleben allein gelitten hat vielleicht kein Herz für das Vaterland wie das Lui ſen's. Aus jedem Wort ihrer Briefe ſpricht das tiefſte Seelenleiden, welches ihr durch Deutſchlands

Fall verurſacht ward. Nicht daß ſie vom Throne

herabzuſteigen fürchten mußte, bekümmert ſie: denn im Beſitz ihres Gemahls und ihrer blühenden Kin⸗ der könnte ſie ja doch nicht unglücklich werden, und im Nothfall genügte Salz und Brot. Aber die Ehre des Vaterlandes war der reine Stern, zu dem ſich ihr klares Auge erhob; wenn neidiſche Wolken dieſen Stern umdüſterten, dann gab es für Luiſen keinen ſonnenhellen Tag mehr. Und ſo wollte es der Himmel. Ach, daß ſie die Erhebung ihres Volkes nicht mehr erlebte, daß ſie nicht nach den denkwürdigen Völkerſchlachten mit dem Gemahle ver⸗ eint den Sieg ihrer Preußen feiern durfte! Die zweite Hälfte ihres Lebens war Eine bange Elegie. Oft floßen ihre Thränen in den Armen des Gemahls, öfter noch barg ſie im bangen Buſen die Empfin⸗ dungen der Trauer. Das körperliche Leiden, wel⸗ ches ſie den Stürmen der Zeit entriß, war nur der letzte herbe Tropfen, der das Maas erfüllte. Nimmer verhallt Luiſens Name; ſie ward ein Schutz⸗