Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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würdige Wirth und ſein Bruder, der Großfürſt Konſtantin, eilten ihnen entgegen. Es war für Luiſen ein glücklicher Monat, der ihr die trübe Vergangenheit und die ängſtlichen Bilder der Zu⸗ kunft verwiſchen zu wollen ſchien. Nach ihrer Rück⸗ kehr erwartete man ſie wieder zu Berlin, wo ſie aber erſt kurz vor dem Weihnachtsfeſte ankamen. Es war der 23. Dezember, derſelbe Tag, an wel⸗ chem ſie einſt als Braut ihren Einzug gehalten hatte. Die Rückerinnerung warf ſich mit aller Wucht des Schmerzes auf ihre Seele und riß kaum ver⸗ narbte Wunden wieder auf, die nun nicht mehr hei⸗ len ſollten. Jahrelang hatte Luiſe gewünſcht, nur einmal noch ihren Vater in Strelitz zu ſehen. Im Juni 1810 führte ſie den Plan aus; ſie ſank an der Gränze ſeines Landes weinend und mit dem vom Schmerz durchſchnittenen Rufe: Ach, da iſt mein Vater! in die Arme des Herzogs. Die meiſte Zeit brachte ſie im engern Familienzirkel zu. Die Majeſtät, die Hoheit, die Milde und Verklä⸗ rung ihres ganzen Weſens bezauberte Alle, Niemand ahnte das nahe Geſchick. Als eine Dame ihren Perlenſchmuck bewunderte, ſprach ſie: Ich liebe die Perlen ſehr und habe ſie zurückbehalten, als es darauf ankam, meine Brillanten herzugeben. Sie paſſen

beſſer für mich, denn ſie bedeuten Thränen, und

ich habe deren viel vergoſſen! Ihr Gemahl kam nach ihr an, und als die Familie die Schloßkirche