verzweifelte Ueberzeugung eine ſolche Seele erſchüt⸗ tern! Dennoch wollte Luiſe nichts unverſucht laſſen, für den Gemahl und ihr unglückliches Volk ward ihr kein Schritt zu ſchwer. Sie begab ſich daher ſelbſt zu Napoleon nach Tilſit, vielleicht war doch noch ein vortheilhafterer Friede zu gewinnen. Um⸗ ſonſt. Napoleon widerſtand ihren Bitten, wie ſehr er ſie auch zu achten gezwungen war. Der kalte und verſchmitzte Diplomat Talleyrand erzählt, ſein Kaiſer habe ſie mit dem gewöhnlichen Hohn gefragt: Aber wie konnten Sie auch mit Mir den Krieg an⸗ fangen?— Sire, erwiederte die Königin, dem Ruhme Friedrichs war es erlaubt, über unſere Kräfte uns zu täuſchen, wenn anders wir uns getäuſcht ha⸗ ben!— Der Friede zu Tilſit war geſchloſſen, allein die königliche Familie blieb noch in Memel und traf erſt zu Ende des Jahres 1807 wieder in Königs⸗ berg ein. Sie bewohnte das kleine Landgut, wel⸗ ches einſt dem Schriftſteller Hippel gehört hatte. Ihre Freude, wieder hier angekommen zu ſeyn, be⸗ wies ſie beſonders durch milde Gaben an die Ar⸗ men, an Invaliden und Soldatenwittwen. Im De⸗ zember 1808 folgte das königliche Paar den wie⸗ derholten freundſchaftlichen Einladungen des ruſſi⸗ ſchen Czaren Alerander und trat eine Reiſe nach Petersburg an. In allen Städten, die ſie auf ih⸗ rem Wege berührten, waren die glänzendſten An⸗ ſtalten zu ihrem Empfange getroffen. Der liebens⸗
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