Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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folgte ſie dem König nach Naumburg an der Saale, wo Friedrich Wilhelm den Ausbruch des Krieges zu erwarten gedachte. Die Feindſeligkeiten begannen. Die Unglückstage von Jena und Auerſtädt entſchieden und im Oktober nahm Napoleon alle preußiſchen Länder zwiſchen Rhein und Elbe weg. Die Feſtungen ergaben ſich, die Heerestheile löſten ſich auf und bald ſah man den höhniſchen Eroberer in Berlin ſeinen Einzug halten. Der König ſuchte mit männ⸗ licher Faſſung die Ueberreſte ſeiner Truppen zuſam⸗ men zuziehen und möglichſten Widerſtand zu leiſten. Luiſe zeigte eine Duldung und Gottergebung, die ſelten ihres Gleichen in der Geſchichte hat. In jenen Ta⸗ gen ſchrieb ſie, im bangen Gefühl der bitterſten Noth, die Worte Göthe's in ihr Tagebuch: Wer nie ſein Brod mit Thränen.

Die betrübenden Nachrichten, welche dem im Dezember zu Königsberg angekommenen königlichen Paare von allen Seiten überſandt wurden, erſchüt⸗ terten Luiſen's Geſundheitz ſie ſtand am Rande des Grabes. Ja, die Annäherung der Feinde zwang ſie noch von dieſer Stadt aus zur Fluchtz in Betten gehüllt mußte man ſie zur Winterszeit nach Memel bringen. Ihr ungebeugter Muth und Dulderſinn fand nicht nur in der unerſchütterlichen Liebe ihres Ge⸗ mahls, ſondern zugleich in der Anhänglichkeit ihres Volkes die ſicherſte Stütze. Die Schlachten von Eylau und Friedland ſchienen die letzten Hoffnungen zerſchmettern zu wollen. Aber welche Geſinnung