Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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Blick, als könne ihr Auge die ſchwarze Nacht durch⸗⸗ bohren, vor ihm. Morgen, ſprach ſie, werd' ich nicht mehr ſeyn. Ich weiß, was mich erwartet. Ihr Rath iſt mir theuer, aber er wird Sie verder⸗ ben und mich nicht retten. Sparen Sie mir den Schmerz, einen Mann wie Sie dem Tode preis ge⸗ geben zu haben! Kommen Sie nicht zum Tribunal, ich würde Sie dort nicht kennen dürfeu aber nehmen Sie dies einzige Zeichen meines Dankes, Chauveau. Morgen, werd' ich nicht mehr ſeyn! Sie benutzte dieſe Nacht, um ihre berühmte Ver⸗ theidigung ſelbſt niederzuſchreiben; nie hat eine ſtolze Seele ſo mit Tyrannen geſprochen, die Recht und Freiheit mit Füßen treten. Sie erſchien vor ihren Richtern mit der Ueberzeugung, daß ſie ohne Ver⸗ hör ſchon verurtheilt ſey. Wir wollen daher Nichts von dieſem Verhöre anführen, als die letzten Worte Manons, deren Seele jetzt nur bei den gemordeten Freunden verweilte. Ihr würdigt mich, ſprach ſie zu ihren Richtern, das Loos der großen Männer zu theilen, die ihr gemordet habt; ich will verſuchen, mit gleichem Muth wie ſie das Schaffot zu beſtei⸗ gen! Sie zeigte in der That noch größern Muth. Die ruhige Miene, die Heiterkeit der Züge, der aus⸗ drucksvolle Blick, der ungekünſtelte Ton, in welchem ſie ſprach denn ſie ſuchte einen Todesgefährten zu beruhigen Alles ließ den tiefſten Eindruck in

den Gemüthern zurück, die nach den vorausgegange⸗ Nodnagels pvetiſche Frauenbilder. II.