Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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Bewohner, unter denen ich geweilt, denen ich Liebe bezeigt, fahret wohl. Fahret wohl, ihr friedlichen Stätten alle, wo ich meinen Geiſt mit Wahrheit getränkt, meine Phantaſie durch Sinnen und Forſchen gefeſſelt, wo ich in ſtiller Wonne der Betrachtung meinen Sinnen gebieten, alles Eitle verachten lernte. Sie wollte anfangs ſich zu Tode hungern. Doch der lange Kampf dieſer Todesart konnte ſie verra⸗ then. Da ſuchte ſie ſich Opium zu verſchaffen. Der Freund, dem ſie ihren Entſchluß entdeckte, zeigte ihr mit Feſtigkeit einen noch muthigern: den Tod zu erwarten, ihrer Sache ein Opfer zu bringen und ihren Henkern den ſonſt gewiſſen Triumph zu ent⸗ reißen. Mit kaltem Blute erwog ſie nun Alles für und wider, und nahm den Vorſchlag an. Nach dem Untergang der Girondins, 31. Oktober 1793, ward Manon in die Conciergerie gebracht. Chauveau⸗ Lagarde, der Vertheidiger Charlottens, wollte auch ihr Beiſtand werden. Er beſuchte ſie mehrmals im Kerker, er beredete Abends vor dem Hauptverhör Alles mit ihr und das Geſpräch verzog ſich bis eilf Uhr. Man ſagte ihm, daß nun die Thore geſchloſ⸗ ſen würden, und er ſchickte ſich an zu gehen. Ma⸗ non, einen Augenblick ſtill, ſtand auf und reichte ihm einen Ring von ihrem Finger, ohne etwas zu ſagen. Madame! rief Chauveau lebhaft, indem er ihre Ahn⸗ dung errieth: wir werden uns Morgen, nach dem Urtheil, wiederſehen! Sie ſtand mit geiſterhaften