Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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verkaufte ſie ihr Silber und entzog ſich was ſie konnte, um noch mildthätig zu ſein. Täglich floſſen ihre Thränen über das Elend des Vaterlandes, über den Sieg der Bosheit, über die Trennung vom Gemahl und Kinde, Manon raffte alle Standhaftigkeit zu⸗ ſammen, um den Schlägen des Schickſals zu wider⸗ ſtehen: ſtolz, ſich mit ihm zu meſſen, wollte ſie es zu ihren Füßen ſehen. Hier im Kerker der Abtei und St. Pelagie, wo man zu Ehren der Gleichheit eine Roland mit dem Auswurf ihres Geſchlechts zuſam⸗ men verſchloß, begann ſie ihre Memviren zu ſchrei⸗ ben. Sie gieng mit der Seelenruhe eines Weiſen in die Jugend und Kindheit zurück, ſie malte dieſe la⸗ chenden Jahre mit den friſcheſten Farben; ſie miſchte Anekdoten, Portraits der Zeitgenoſſen und Charakter⸗ züge ein, die für den Forſcher der Geſchichte und den Beobachter der Sitten unvergleichlichen Stoff bieten; ſie durchglühte jene ihre Erinnerungen zum Verſtändniß der Zeitgeſchichte mit dem Groll und Unwillen einer ſtarken Seele, die Freiheit ſucht und Ketten findet; ſie weihte ihren Freunden das Lob, das ihnen gebührte, und verhieß ihren Unterdrückern den Haß der Mit⸗ und Nachwelt. Ihre Geheim⸗ niſſe theilten und ihre Schriften empfiengen zwei Freunde, deren Einer geächtet floh und das anver⸗ traute Gut rettete; es war Herr Bose; der Andere ſchmachtete im Kerker und man warf hier die ihm übergebenen Manuſcripte Manons ohne ſein Wiſſen