Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

261

wigs XVI. ein Miniſter, der in bürgerlicher Klei⸗ dung zur Sitzung kam und mit ſeinem Könige die Sprache eines Republikaners redete. Es iſt bekannt, daß Manon jenen denkwürdigen Brief ihres Ge⸗ mahls in Betreff der nicht beeidigten Prieſter an den König ſchrieb, auf welchen Roland ſeiner Stelle zuerſt entlaſſen wurde. Wir wollen hier nicht auf nähere Umſtände eingehen, welche in eine Geſchichte der franzöſiſchen Revolution gehören. Die Gironde fiel. Die Schreckensherrſchaft erhob ſich. Man mußte Gei⸗ ſter wie Roland und ſeine Gemahlin, die von den würdigern Freunden der Freiheit verehrt und um⸗ ringt waren, vom Schauplatz zu entfernen ſuchen. Die Bergparthei glaubte ihres Triumphes nicht gewiß zu ſein, ſo lange Ein Weib noch in der Freiheit athmete. In der Nacht vom 31. Mai wurde Ma⸗ dame Roland in die Abtei gebracht. Ihr Gemahl hatte ſein Portefeuille wieder abgegeben und Paris verlaſſen; ſie hätte ihm folgen können und blieb. Es iſt mir ſchwerer, ſchrieb ſie, der Ungerechtigkeit zu weichen, als ſie zu dulden. Sie ertrug den Ver⸗ luſt der Freiheit, wie in frühern Tagen den ihres Vermögens. Die Anmuth ihrer Perſon, ihrer Sit⸗ ten, der unbedeutendſten Worte, milderten die Strenge ihrer Wächter. Eine ſchwere Entbehrung drohte ihr, nämlich: ihre Wohlthätigkeit beſchränken zu müſſen. So lange Roland Miniſter war, ſpendete ſie monat⸗ lich tauſend Franks zu milden Zweckenz jetzt im Kerker