Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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vorgehen könnte. Eine Reiſe nach Verſailles, wo ſie das Hofleben einige Tage in der Nähe beobach⸗ tete, beſtärkte ſie in der Bewunderung der Griechen und Römer, ihrer Ideale, und nährte ihren Haß gegen Hof und Königthum. Sie wurde ſich deſſen recht bewußt, als 1771 die Parlamente mit dem Hofe ſich entzweiten; ihr war, als müſſe ſie Parthei ergreifen und ſich zu denen ſtellen, welche die ſtärkſte Sprache führten. Ein Kreis von Edelleuten, in wel⸗ chen man ſie ihrer Freundin wegen aufnahm, aber nur als geiſtreiches und ſchönes Mädchen duldete, trug nicht wenig bei, ihren Widerwillen gegen hoch⸗ müthige und anmaßende Menſchen zu vergrößern, denen ihr Adelsdiplom ein Freibrief aller Schänd⸗ lichkeit und Verkehrtheit dünkte. Ueberall entdeckte ſie die Lichtſeiten der Republik, Frankreichs entartete Sitten, deren Schmach ihr ſo häufig vor die Augen trat, widerten ſie an. Ihre Geduld in Ertragung von Schmerz und quälender Beſorgniß wurde in ihrem achtzehnten Jahre ſchwer erprobt, als die natür⸗ lichen Blattern ihr alle Reize des wohlgebildeten Geſichts zu rauben drohten. Die Gefahr ging in⸗ deſſen vorüber. Manon vertiefte ſich von Neuem in ihre Studien; ſie ſuchte Aufſchluß über ſich ſelbſt und des Menſchen Beſtimmung; über die Verhält⸗ niſſe des ſocialen Lebens und die Rechte des Geiſtes; ſie glaubte, das wahre Glück ſei einzig davon ab⸗ hängig, daß unſer inneres und äußeres Leben zur