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mit ihren Verwandten, deren Eine früher Gouver⸗ nante geweſen, erhielt ſie bedeutende Anregungen; ſie merkte mehr den Abſtand der Menſchen nach Ge⸗ burt und Rang, die ſcharfen und willkürlichen Unter⸗ ſchiede, an denen leicht republikaniſche Ideen ſich ent⸗ zünden. Bald kehrte ſie in das väterliche Haus und zur vorigen Lebensweiſe zurück. Ein alterndes Fräu⸗ lein von Adel, welches damals von Manons Mutter in's Haus genommen wurde, und bei aller Unwiſſen⸗ heit und dem Mangel an Schönheit und Grazie bloß ſeiner Abkunft wegen ſehr rückſichtsvoll ſich behandelt ſah, brachte das feurige Mädchen dahin,„die Welt für ſehr ungerecht und die geſellſchaftlichen Ein⸗ richtungen für gar ungereimt“ zu halten. Sie las indeſſen mit gleichem Eifer, machte Auszüge aus guten Schriften und verarbeitete, was Lectüre, Nachdenken oder Erfahrung bot, in den Briefen, die ſie regel⸗ mäßig mit einer Freundin wechſelte. Zur Bildung ihres Geſchmacks führte ſie der Vater oft in Bilder⸗ gallerien und Kunſtſammlungen, wo ihre lebhafte Phantaſie, ihr glänzendes Gedächtniß und die ſtrenge Ordnung ihrer ſo reichen, innern Welt ſie Alles ſchnel⸗ ler auffaſſen, richtiger und ſelbſtſtändiger beurtheilen lehrte, als es ſonſt ihrem Alter und Geſchlecht möglich iſt. Ihre laut ausgeſprochenen Anſichten erregten oft Bewunderung und der Vater befragt, ſagte mit Stolz: Es iſt meine Tochter!— Manon aber empfand zugleich die widerſprechenden Regungen ihres Geiſtes


