Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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ſie mit ſolchem Eifer und ſuchte ſich auch geſellige Talente durch Beſchäftigung mit Muſik und Tarz zu verſchaffen. Die Mutter hatte bei allem klaren Verſtand den großen Fehler, daß ſie das Kind gern koſtbar und weit über ihren Stand kleidete. Dies geſchah Sonntags; in der Woche mußte Manon in einfachſter Kleidung die Lebensbedürfniſſe ſelbſt vom Markte holen und ſuchte dort durch Höflichkeit Ach⸗ tung zu gewinnen und ſich bemerklich zu machen. Von dem entſchiedenſten Einfluß auf ihre Ausbildung blieb ſeitdem ihre Leſewuth, denn anders kann man die Gier nicht nennen, womit ſie alle Bücher durch⸗ flog, die ihr einiges Intereſſe gewährten. Die Bi⸗ bel und das Leben der Heiligen, Appian und Plu⸗ tarch reizten das Kind im ſchnellſten Wechſel. Pu⸗ tarchs Biographien hatte ſie ſchon 1763 im neunten Jahre aufgetrieben.Ich nahm dieſen Autor, ſo erzählt ſie, ſtatt des Gebetbuches mit in die Kirche. Von dieſem Augenblick an ſchreibe ich die Eindrücke und Begriffe her, die mich zur Republikanerin mach⸗ ten, ohne daß es mir einfiel, eine zu werden. Doch dieſe ernſteren Studien vertauſchte ſie gerne mit Romanen; ſie las die gefährlichſten, z. B. Vol⸗ taires Candide, und die Mutter wußte es. Der Vater hätte ihr gern ernſtere Bücher lieb gemacht, al⸗ lein er wählte philoſophiſche Schriften und ſteigerte die unnatürliche Reife des Kindes noch mehr. Mit einem heiligen Schrecken bereitete ſich Manon zur