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bewundert, ſo daß ſchon damals die Eitelkeit tief wurzelte. Noch ſchlimmer war, daß Vater und Mutter nicht in ihren Grundſätzen über Erziehung übereinſtimmten. Der Vater befahl raſch und ver⸗ langte unbedingten Gehorſam; die Mutter ſuchte des Kindes Vernunft und Gefühl zu gewinnen; der Ge⸗ horſam ſollte eine freiwillige Gabe der Liebe ſeyn. Dieſer Widerſpruch führte einſt zu einer heftigen Scene, als das ſechsjährige Kind dem Vater folgen und eine bittere Arzenei nehmen ſollte; Manon er⸗ trug mit Trotz eine ſchwere Züchtigung— der Wille des Vaters war gebrochen und ſeitdem ſchmeichelte und liebkoſte er dem Töchterchen und ließ es gewäh⸗ ren. Um der Schwachheit einen Schein zu leihen, erklärte man dem Kinde am ſiebenten Geburtstage, es trete nun in das Alter— der Vernunft und man erwarte von jetzt an ein Betragen, das nur mit die⸗ ſer ſtimme!— Dieſe Verwirrung in den erſten Grundregeln der Erziehung, lange vor der Revolu⸗ tion, muß befremden, allein ſie war im vorigen Jahr⸗ hundert in Frankreich geläufig und erſt als ſie Fa⸗ milien vergiftet und den geſunden Sinn der Nation angeſteckt hatte, erſt als ſie im Sanscülottismus die Vernunft ſelbſt zur Gottheit erhob, da hatte ſie ſich überlebt und fieng an, der beſſern Ueberzeugung zu weichen. Ein gewiſſer Hochmuth der Vernunft, ver⸗ bunden mit leichter Selbſtgefälligkeit, bildete eine Grundlage in Manon's Charakter. Daher lernte


