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thuſt du mit großer Treue meinen Willen.— Mein lieber Bruder, entgegnete die Maid, ihr ſollt mich nicht anflehen, gern verlobe ich mich dem, welchen ihr mir, Herr, zum Manne gebet. Vor Liebe und Freude erröthete Siegfried und bot ſich ihr zum Dienſte an. Man hieß ſie nach Landesbrauch in den Kreis treten und fragte die Maid, ob ſie den ſtattlichen Mann wollte. Mädchenhaft und züchtig bejahte ſie. So verlobte er ſich mit Kriemhild. Brunhild aber, die ihn noch immer für einen Dienſt⸗ mann Gunthers hielt, wird bei dem Schmauſe be⸗ trübt und will wiſſen, warum Kriemhild unter ih⸗ rem Stande vermählt werde. Gunther weicht in unklarer Antwort aus, Siegfried aber, ehe er ſeine junge Gemahlin wegführt, nimmt der ſtolzen Brun⸗ hild heimlich einen Ring und Gürtel, die er aufbe⸗ wahrt.— Zehen Jahre leben ſie glücklich; Kriem⸗ hildens Söhnlein nennt man nach ſeinem Oheim Gunther, Brunhildens Sohn nach dem Helden Sieg⸗ fried. Wiewohl nun der Recke mit ſeinem Weibe zu Santen lebt, kann ſich Brunhild doch der böſen Gedanken nicht erwehren. Sie will hinter das Ge⸗ heimniß kommen, das man ihr verbirgt, und bere⸗ det endlich ihren Gemahl, daß er Schwager und Schweſter zum Beſuche nach Worms einlade. Lei⸗ der kamen ſie. Anfangs ſchien aller Groll vergeſſen. Aber vor einer Vesperzeit hielt man auf dem Hofe ritterliche Spiele. Die Königinnen ſchauten zu und


