ter noch ſprang der unſichtbare Siegfried und riß Gunther im Sprunge mit ſich. Genug, Brunhild war beſiegt. Tretet näher, Verwandte und Man⸗ nen— ſprach ſie— ihr ſollt dem König Gunther unterthan werden!— Sie legten die Waffen ab und beugten ſich vor ihm, denn ſie wähnten, er habe mit ſeiner Kraft ihre Herrin beſiegt. Siegfried, der ſich der Tarnkappe wieder entledigt hatte, trat dann in die Verſammlung der Helden und Frauen. So wohl mir dieſer Mähre— ſprach er mit verhalte⸗ nem Spott,— daß euere Hoffart ihren Meiſter fand, nun ſollt ihr, edle Maid, uns an den Rhein fol⸗ gen!— Siegfried ritt voraus, die Kunde nach Worms zu bringen. Dort rüſtete man Alles zum Empfang, und Kriemhild zeigte ihm wieder ihre Neigung. Als ſie nach Worms kamen, ſahen ſie Alle geſchmückt am Ufer ſtehen, Kriemhild gieng Brunhilden und ihrem Hofgeſinde züchtiglich entge⸗ gen und ſprach: Ihr ſollt in dieſen Landen uns willkommen ſeyn, mir und meiner Mutter und Al⸗ len, die wir als getreue Freunde haben.— Sie neigten ſich gegen einander und küßten ſich oft zärt⸗ lich den Mund. Als man am Abend des feſtlichen Tages in der Burg war, mahnte Siegfried den König an ſein Verſprechen. Gunther ließ ſeine Schweſter rufen: Hehre Schweſter, löſe um deiner Tugend willen meinen Eid. Ich habe deine Hand einem Recken gelobt, und wird er dein Mann, ſo
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