Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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trug den Schild von rothem Golde mit Stahlſpan⸗ gen herbei, Edelſteine grün wie Gras glänzten daran und warfen ſeltſamen Schein auf das Gold. Unter den Buckeln war der Schild drei Spannen dick und ſo ſchwer, daß ihn die Kämmerer ſelb Viere kaum trugen. Als dies der Held Hagen von Troneck ſah, murrte er verdrießlich: Wie nun, König Gunther? Das geht an's Leben, das iſt ein Teufelsweib, die ihr begehrt. Den Wurfſpeer ſchleppten kaum drei Männer und jetzt ward auch den Andern im Gefolge bang. Hätten wir die Schwerter zur Hand! grollte Hagen: der Uebermuth der Schönen ſollte ſich le⸗ gen! Brunhild hörte dieſe Worte und mit lachen⸗ dem Munde, ihres Sieges zu gewiß, ließ ſie ihnen die Waffen wieder geben. Noch brachte man in den Kreis einen Stein, aber ſeine Laſt war Zwölfen zu beſchwerlich; dieſen Stein ſchleuderte ſie, wenn der Speer an ſein Ziel geflogen war. Sie wand nun an ihren weißen Armen die Aermel auf, faßte den Schild, zuckte den Speer und der Streit begann. Aber ſie vermochte nichts gegen die Tarnkappe, ob auch die Funken von den Waffen flogen und bei ei⸗ nem Wurf von ihrer Hand das helle Blut aus Sieg⸗ frieds Mund brach. Er warf den Speer mit ſolcher Gewalt zurück, daß Brunhild niederſank. Raſch er⸗ hob ſie ſich. Dank, mein König, für dieſen Schuß! rief ſie. Zornig ſchleuderte ſie den Stein zwölf Klafter weit und überholte ihn im Sprung. Wei⸗ 2*