Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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ſchmähe, und beſchloß ſie zu gewinnen. Seine Ael⸗ tern riethen ab, denn König Gunther habe manchen hochfahrenden Helden in ſeinem Gefolge, voraus den übermüthigen Hagen; ſie ſahen nur Leid im Geiſte vorher, wenn ihr Sohn um die Maid werbe. Allein Siegfried, wie gehorſam er den Aeltern war, wurde durch ihre Warnung noch mehr gereizt. Was ſollte mich abhalten? rief er: was ſie dort in Worms nicht freundlicher Bitte zugeſtehen, das mag ſonſt meine Hand mir verſchaffen. Ich getraue mir Leute und Land zu bezwingen! Sein Vater bot ihm dann wenigſtens ein ſtattliches und zahlreiches Ge⸗ folge von Mannen an, aber auch dies ſchlug er aus; nur zwölf Geſellen wollte er von Santen mitneh⸗ men. Man gab ihm endlich nach und rüſtete Alles zur Fahrt; die Frauen des Hofes weinten bitterlich bei dem Abſchiede der Helden. Am ſiebenten Tage ritten die Kühnen zu Worms an den Strand. Ritter und Knechte kamen ſogleich herbei, ihre ſchweren Schilde abzunehmen und die Roſſe zu beſorgen. Siegfried lehnte dieſe Höflichkeit ab, denn er wollte zuerſt den König Gunther ſehen. Dieſem ward in⸗ zwiſchen gemeldet, es ſeien ſtattliche Kämpfer in reichen Panzern und mit Prachtkleidern an den Strand geritten, die Niemand kenne. Den König nahm dies Wunder; er ließ Hagen in die Burg rufen, weil dieſem die Reiche kund wären und alles fremde Land. Hagen trat an das Fenſter und ſprach: