Auf ihren Fuß ſah man die Silberfranze Vom Saum des Kleides ſich herniedertauchen; So ſchien es, auf kryſtallnen Wogen tanze Der Silberſchaum bei leiſer Winde Hauchen. Zum Spiegel pflegt', in ihrem ſchönſten Glanze, Die Sonne gern den Harniſch zu gebrauchen; Und war bald mehr, bald minder rein ihr Schimmer, So ſchmückte ſie vor ihm ſich wohl nicht immer.
Geſtickt mit Silberblumen, floß vom Rücken Der Mantel auf die Flur in Purpurfalten. Und mußte ſich, das Auge zu entzücken, (Wenn am Azur die goldnen Lichter walten) Mit Silber nicht ein Purpurhimmel ſchmücken? Denn könnte ſich die Wölbung umgeſtalten, Uud prangte röthlich die erhabne Ferne So wäre ſilbern auch das Licht der Sterne.
Von reichen Spitzen ſtrahlengleich umfangen War dieſes Mantels Pracht, und feſtgeſchloſſen Auf ihren Schultern durch zwei Silberſpangen, In ſchöner Blumen gleiche Form gegoſſen. Auf, ihrem Haupt, mit königlichem Prangen, Schien roth und weiß ein Federnwald zu ſproſſen Voll kühnen Muths empor zur Sonne ſteigend, Doch weiſe ſich der Macht des Windes neigend.
Ihr hehres Antlitz laß ich unbeſungen; Nicht, daß die Lieb' es etwa nicht bemerke: Nein, weil der Heldin, die ſo oft gezwungen Zur Furcht die Furcht, zum Tod des Todes Stärke, Zum Preis den Ruhm, zu lauten Huldigungen Den Himmel ſelbſt, durch Stolz und hohe Werke, Im Kriege kühn, im Frieden nimmer müßig— Weil ſolcher Frau Schönheit wär' überflüſſig.


