Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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gegen ihn. Zenobia erhielt von dem Sieger eine Villa in dem ſtillen Tibur, wo ſie ihre Schmach in

dem ungeſtörten Traume eines einförmigen Lebens vergaß. Ihre Töchter heiratheten in angeſehene Fa⸗

milien und ihr Geſchlecht war im fünften Jahrhun⸗. dert noch nicht erloſchen. So beſchreibt Calderon Zenobias Reiz und Hoheit:

Dort herrſcht Zenobia, jene Göttergleiche, Zu welcher ſich geneigt der Sterne Schaaren, Daß Alles ihr an Stärk' und Schönheit weiche; Denn ſelbſt das Fernſte ſollt' in ihr ſich paaren. Luna, Saturn und jener Strahlenreiche Verliehn ihr das Metall, das ſie gebaren; Merkur gab ihr Verſtand, Zeus Glück und Ehre, Mars Tapferkeit, und Schönheit gab Cythere.

Sie, als der Welt Bewundrung anzuſchauen, So ſtolz wie ſchön, ſie war als Amazone Des Erdenrunds, ja ſelbſt des Himmels Grauen, Dräng' auch ein Graun bis zu des Himmels Throne, Mit kriegeriſchem Muth und Selbſtvertrauen Behauptet ſie die Freiheit ihrer Krone, Und ſpricht als Siegerin, ſtolz und unlenkbar: Roms Herrſchaft ſey in ihrem Land undenkbar.

Und hier, umkränzt von einer Schaar von Frauen,

Die reizend hießen, wo ſie ſelbſt nicht wäre,

Ließ ſich die göttergleiche Hoheit ſchauen; Doch jenen zu vergleichen war die Hehre,

So wie der Lenz den Blumen auf den Auen, Der Sonne Glanz dem niedern Sternenheere, Das Meer den Bächen; ſo, in der Vereinung Der Nymphen, war der Göttlichen Erſcheinung.