müthige Schülerin und tröſtete ſeine wehklagenden Freunde.— Aurelian war ſchon an Europas Kü⸗ ſten gelandet, als ihn die Kunde von einem ſchmäh⸗ lichen Abfall Palmyra's einholte; denn ſelten, ja ſchwer iſt es— ſagt der Biograph— daß Syrer Treue und Glauben halten. Er kehrte zum zweiten Mal zurück und ergoß die volle Schale ſeines Zorns über die wehrloſe Hauptſtadt und zumal über Achil⸗ leus, einen Verwandten Zenobia's, den man zum König gewählt hatte. Erſt ſpät und nachdem Wei⸗
ber und Kinder gewürgt waren, ſtillte ſich ſein Blut⸗
durſt. Zwar verſtattete er den Wiederaufbau, doch Zenobia's Stadt ſank immer tiefer und verkam zu⸗ letzt als ein elendes Dorf, deſſen Bewohner ſich un⸗ ter den Trümmern alter Größe und Herrlichkeit an⸗ geſiedelt. In dieſer Zeit hatte ein reicher Kaufmann Firmus, Freund und Genoſſe des Odenath und er⸗ griffen vom Schickſal Zenobia's, in Alerandria die Fahne des Aufruhrs erhoben, den kaiſerlichen Pur⸗ pur angelegt und ein Heer geworben. Dies aber zerſtob bei der Annäherung des Imperators; Fir⸗ mus, geſchlagen, gefangen, gefoltert, büßte mit einem grauſamen Tode. Wie mochte das Herz der Stol⸗ zen bluten, da ſie in ihm ihren letzten Freund ver⸗ lor!— Noch ſtand ihr das ſchlimmſte bevor, ehe ſie in den Kreis gewöhnlicher Frauen eintreten ſollte. So lange Rom blühte, wurde vielleicht kein Triumph⸗ zug gefeiert, wie der Aurelians. Zwanzig majeſtä⸗


