Nur Tapferleit muß bei Kriegsunternehmungen ent⸗ ſcheiden. Du forderſt mich zur Uebergabe auf, und erinnerſt dich wohl nicht, daß Cleopatra in gleichem Falle jedem Andern den Tod vorzog. Wie wird es um dich ſtehen, Aurelian, wenn die von allen Sei⸗ ten uns zu Hülfe eilenden Völker eintreffen? Ent⸗ ſage alſo der ſtolzen Anmaßung, mit der du, im Geiſte ſchon Sieger, gebieteriſch meine Unterwerfung forderſt.— Zenobia hoffte nämlich einestheils, Au⸗ relian werde durch Mangel zum Abzug genöthigt, anderntheils ſah ſie einer Unterſtützung der morgen⸗ ländiſchen Könige entgegen. In Beidem täuſchte ſie ſich. Schapurs Tod hatte Zerwürfniſſe bedenklicher Art bei den Perſern bewirkt, die wenigen nach Pal⸗ myra ziehenden Hülfstruppen machte ſich Aurelian durch Gold oder Eiſen unſchädlich, aber aus allen Theilen des Landes kam ihm Zufuhr und Probus, nach der Eroberung Aegyptens heimkehrend, verſtärkte ihn. Zenobia ſuchte nun zu fliehen. Sie warf ſich auf ihr ſchnellſtes Dromedar und ſah ſchon die be⸗ buſchten Ufer des Euphrat, viele Meilen von der Reſidenz vor ſich, als die ihr nachſetzenden Reiter des Kaiſers ſie einholten und gefangen zu Aurelian brachten. Kurz nachher ergab ſich Palmhra und wurde nicht mehr ſo ſchonend behandelt. Unermeß⸗ liche Schätze fieen dem Sieger zu, der nun eine un⸗ bedeutende Beſatzung hier ließ und nach Emeſa zu⸗ rückkehrte. Mehr als alle Koſtbarkeiten freute ihn *
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