ſelbſt gelten. Dies ſollte ihr und der hohen Köni⸗ gin Verderben ſeyn. Auf ſeinem Zuge durch die Sandwüſten zwiſchen Emeſa und Palmyra ward der Kaiſer Aurelian unaäufhörlich von Syriſchen Räu⸗ berbanden und den Anfällen der Stämme in der Wüſte beunruhigt. Aber die Reſidenz Zenobia's zu belagern, dünkte ihm noch wichtiger und mühſamer. Er leitete die Belagerung ſelbſt und wurde durch einen Pfeil verwundet. Damals ſchrieb er: Die Römer ſpotten mein, weil ich mit einem Weibe Krieg führe— ein Beweis, daß ſie weder den Geiſt, noch die Streitkraft dieſer Zenobia kennen. Es iſt un⸗ möglich, die Menge ihrer Kriegsrüſtungen, Waffen und Wurfgeſchoſſe zu beſchreiben; überall ragen zwei oder drei Balliſten(große Wurfmaſchinen) ob der Mauer und Maſchinen ſpeien ihre Flammen herab. Kurz, Zenobia fürchtet ſich wie ein Weib; Furcht vor Strafe ſteigert aber den Muth dieſes Weibes zur Verzweiflung. Ich traue demungeachtet Roms Schutzgöttern, die bisher alle meine Unternehmungen geführt und begünſtigt haben.— Bald wankte ſein Vertrauen; er ſchlug vortheilhafte Bedingungen der Uebergabe vor, der Königin ehrenvollen Abzug, den Bürgern die Zuſicherung ihrer alten Vorrechte. Man wies ihn hartnäckig und mit Spott zurück. Der Biograph des Kaiſers bewahrte uns deſſen Brief und die Antwort Zenobia's auf. Sie ſagt: Du biſt der Erſte, der mir jemals einen ſolchen Antrag that.
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