Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Entstehung
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Leben und Verzeihung, welche ſich nur gezwungen dem Scepter Zenobias unterworfen hatten. Dies gewann ihm die Herzen der Syrier, er konnte dar⸗ auf denken, die Königin in ihrer Hauptſtadt anzu⸗ greifen. Zenobia ließ es nicht ſo weit kommen; ſie lieferte ihm zwei Schlachten, in welchen zwar ein erprobter, ſchon in Aegypten ſieghafter Feldherr Zab⸗ das den Oberbefehl hatte, die Königin ſelbſt aber durch Blick und Wort die Ihrigen anfeuerte. Au⸗ rekian wählte ſich die geübteſten Legionen aus, und was Muth und Kraft nicht allein vermochte, erſetzte des Römers Liſt, der durch verſtellte Flucht die un⸗ gleich bewaffnete Schaar Zenobia's ermüdete und theilte. Ein drittes Heer ſtand ihr nicht zu Ge⸗ bot; alles Land, was ihr ſonſt gehuldigt, beugte ſich dem Sieger, welcher ſeinem tapferſten Feld⸗ herrn, Probus, die Einnahme Aegyptens übertrug. Palmyra war nun Zenobias letzter Zufluchtsort; ſie warf ſich in dieſe Hauptſtadt, und erklärte mit un⸗ gebeugtem Muthe, ſie würde nur mit ihrem Leben der Herrſchaft entſagen. Reizend war die Lage der Stadt und ihre Umgebung; reine Lüfte wehten hier, herrliche Quellen befruchteten den Boden, Karavanen aus fernen Landen, welche! Indiens Schätze den Nationen Europa's zuführen wollten, brachten Fülle und Reichthum. Damals konnte die Stadt, die un⸗ ter Odenath und Zenobia auf dem Gipfel ihres Glanzes ſtand, als Nebenbuhlerin der alten Roma