ſitzungen noch das volkreiche und fruchtbare Aegyp⸗ ten. Der Kaiſer Claudius, immer noch mit den Gothen beſchäftigt, ſah in ihr nur die Bundesgenoſ⸗ ſin, welche im Orient die Würde des römiſchen Na⸗ mens behaupte. Doch dies genügte ihr nicht; ſie wollte ſelbſtändig herrſchen; ſie legte ſich den Titel einer Königin des Morgenlandes bei, und wie⸗ wohl ſie herablaſſend wie ein Römer verfuhr, ver⸗ langte ſie ſtreng von ihrem Volke die Anbetung, welche den Nachfolgern des Cyrus geworden. Ihren drei Söhnen, von welchen nur der jüngſte den Sturz der Mutter überlebte, gab ſie eine glänzende Etzie⸗ hung und ſtellte ſie oft im kaiſerlichen Purpur dem Heere dar, während das Diadem nur ihre ſchöne Stirne ſchmückte, auf welcher kühne Siegesgedanken thronten. In den öffentlichen Verſammlungen er⸗ ſchien ſie mit dem Helm auf dem Haupte, in einem Purpurmantel, deſſen Saum mit Juwelen be⸗ ſetzt und der auf der Bruſt mit einer koſtbaren Agraffe befeſtigt war. Oefters zeigte ein gewählter Schmuck auch ihren vollen, ſchneeweißen Arm. Au⸗ relian beſtieg den Kaiſerthron zu Rom. Er eilte hinzu, der hohen Frau die Siegeskrone zu entreißen. Bithynien, welches die Ränke und Waffen Zenobia's bereits wankend gemacht, fügte ſich ſeinem Machtge⸗ bote. Einige Städte fielen durch Verrath in ſeine Hand. Antiochiens Bürger flohen bei ſeiner Annä— herung, allein er rief ſie zurück und verhieß Allen
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