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zum Spaße die Nähnadel geführt habe, ſoll Knöpf feſtnähen“
„Nun, da muß ich mich mit Euch tröſten, meine Herren!“ ſprach Briſſac—„Ihr gleichet mir wie ein Ei dem andern. Ha! Baron von Sauciſſe! Eure ſeidenen Strümpfe zeigen vier, nein, fünf Schmuzflecke, welche wie darauf feſtgenäht ſind.“
„Abſichtlich, Herr Graf!“ erwiederte der Baron— „Um eben ſo viel unverſchämte Löcher zu verdecken. Schmuz wird mir eher verziehen als Löcher in den Strümpfen.“
„Mein Gott! mein Gott!“ jammerte, in Thränen ausbrechend, die Herzogin— welch' eine horrible Um⸗ ſtürzung! Die offne Landſtraße mein Ankleidezimmer; eine Dornenhecke mein Schirm; eine Waſſerpfütze mein Spiegel; elende Lumpen mein Anzug! Gott! wo ſind deine Blitze geblieben, welche die Zerſtörer meines Glücks zerſchmettern ſollten?“
„Kommt, ihr Lieben!“ ſprach jetzt Störſteffen er⸗ ſchüttert zu den Seinen.„Ich vermag länger nicht dieſe Klagen mit anzuhören. Wie ungleich glücklicher ſind wir noch, als dieſe Aermſten, die niemals arbeiten gelernt haben und darum hülflos ihrem Unglücke preis gegeben ſind! Wie gern wollte ich ihnen mit einigen Goldſtücken beiſtehen, müßte ich nicht fürchten, ihren Stolz dadurch zu verletzen und ſie zu kränken. Vielleicht bietet ſich mir eine beſſere Gelegenheit dar, wo ich, ohne ihnen weh zu thun, meine Gabe anbringen kann.“
Nieritz. Störſteffen und ſein Sohn. 11


