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dienen zu können. Meine goldene Uhr, deren blanke Ruck⸗ ſeite die Stelle eines Miniaturſpiegels bisher erſetzte, habe ich, wie Ihr wißt, vor drei Tagen verkaufen müſſen, um die Reiſekoſten beſtreiten zu können. Aber, laßt mich Euer Spiegel ſein, Frau Herzogin! Allerdings müßt Ihr Euern Kopfputz ein wenig ordnen. Da iſt erſtens Eure Haartvur verrückt worden und zu weit links gerathen⸗ Dann hat Euer Atlashütchen zwei abſcheuliche Flecke be⸗ kommen und von Eurem Kleide hat ſich ein Stück Kragen los getrennt. Eure Naſenſpitze zeigt einen ſchwarzen Tipps und die rothe Schminke auf der rechten Wange“—
„Ihr bringt mich um, Graf! mit Euern Ausſtellun⸗
gen meines Anzuges“— unterbrach die Herzogin den Sprecher.„Wollt Ihr mich ganz in Verzweiflung ſtür⸗ zen?“
„Geht mir es denn beſſer, Herzogin?“ erwiederte der Graf—„Seht hier fünf Knöpfe an meiner Kleidung an nur einem Faden noch hängen. Ach, ich wollte, daß dieſe Knöpfe eben ſo viele Tauſend Republikaner und dieſe Faden Galgenſtricke wären! Dieſe Mörder! mich in einen ſo kläglichen Zuſtand zu verſetzen! Ha! giebt es keine Gerechtigkeit mehr auf Erden? Ritter d'Alnoncourt, tragt Ihr vielleicht eine Nähnadel nebſt etwas feſtem
Zwirne bei Euch? Gewiß würde ſich die Frau Marquiſe
von Senslis auf mein Bitten bewegen laſſen, dieſe bau⸗ melnden Knöpfe wieder feſt zu bannen.“
„Fi doch!“ entgegnete die Marquiſe.„Welche arge
Zumuthung! Ich, die ich in meinem Leben nicht einmal


