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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
[Giessen] [2025]
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ſteffen ſo ſehr mit Reichthum geſegnet worden war. Nur die Sorge um Roſettens Schickſal bekümmerte ſie noch.

Störſteffen beſchloß, bis Frankfurt am Main zu wan⸗ dern und von dort aus Nachrichten über Roſetten einzu⸗ ziehen und abzuwarten. Auf ihrem Wege ſtießen ſie auf zahlloſe Flüchtlinge, welche meiſtens wenig mehr als das bloße Leben gerettet hatten. Dieſe Aermſten beſtanden faſt insgeſammt aus den vornehmſten Perſonen, welche um ſo hulfloſer waren, weil ſie früher ſich von einem Dienerheere hatten bedienen laſſen und nunmehr zu der leichteſten Arbeit ungeſchickt waren.

Als Störſteffen nebſt den Seinen Frankfurt bis auf eine halbe Wegſtunde nahe gekommen war, bemerkten ſie hinter einer Weißdornhecke, vor welcher ſie ſich, um aus⸗ zuruhen, niedergelaſſen hatten, fünf ihrer vertriebenen Lands⸗ leute, welche leicht an ihrer franzöſiſchen Tracht zu erken⸗ nen waren. Aber dieſe Kleidung, ſo fein und theuer ſie auch vor Zeiten geweſen ſein mochte, war jetzt beſchmuzt, theilweiſe durchlöchert und in einem unhaltbaren Zuſtande. Störſteffen wurde tief erſchüttert, als er jetzt folgendes, in franzöſiſcher Sprache geführte Geſpräch vernahm:

Graf von Briſſac hob eine von den beiden Damen unter den Ausgewanderten ankönnt Ihr mir nicht einen Spiegel, ſei er auch noch ſo klein, verſchaffen? Wir ſind nun bald in Frankfurt und ich beſorge, daß ich um den Kopf einer Nachteule gleiche.

Ach, Frau Herzogin verſetzte der Graf ich bin außer mir, Euch nicht mit dem Gewünſchten