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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
[Giessen] [2025]
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war. Dann öffnete ſich unter den ſchuldloſen Opfern plotzlich der Boden und jene ſtürzten hinab in die Fluthen, wo ſie, durch das Zuſammenfeſſeln am Schwimmen be⸗ hindert, geraume Zeit mit dem Tode kämpfen mußten. Dieſe qualvolle Todesart nannten die Henker eine repu⸗ blikaniſche Hochzeit!

Durch die Straßen von Paris bewegten ſich zügel⸗ loſe Volkshaufen, in ihrer Mitte arme Opfer mit ſich ſchleppend, welche von den Raſenden an den nächſten La⸗ ternenpfahl aufgeknüpft wurden, ohne daß man ihnen ein anderes Vergehen zur Laſt legen konnte, als vornehm oder reich geweſen zu ſein. Andere Rotten überfielen die Wohnungen der Vornehmen und Reichen, Alles ver⸗ nichtend, was ſie nicht mit fortnehmen konnten.

Ein ſolcher zügelloſer, ſchreiender und betrunkener Haufe bemächtigte ſich auch des Hauſes unſeres vormali⸗ gen Störſteffens. Im Nu waren alle Thüren eingeſchla⸗ gen, erbrochen und bei Seite geworfen. Niemand wider⸗ ſetzte ſich den Tobenden, als ſie die breiten Treppen hinauf und in die ſchön geſchmückten Zimmer eindrangen. Hier begann ſofort das Werk des Plünderns und des Ver⸗ nichtens. In tauſend Splittern zerſchlagen wurden die hohen, koſtbaren Spiegel, die theuern Gemälde, die präch⸗ tigen Möbeln, die Glas⸗ und Porzellangefäße, zerſchnit⸗ ten und zerſtückt die Vorhaͤnge, die Betten und die Wäſche, beſchmuzt und mit Ruß geſchwärzt die ſchönen Tapeten Wer davon etwas ſchonen und an ſich nehmen wollte, wurde als Verräther ausgeſchrieen und mit dem Tode