15⁰
von Beaulis für die Dauer des Sommers an den ſon⸗ ſtigen Störſteffen abzutreten.
Derſelbe war mit den Seinen noch nicht lange hinausgezogen, als er eines Tages zu ſeinem Sohne ſprach
„Lieber Stephan! du kennſt meine ſchwache Seite, alles Geheimnißvolle ergründen zu wollen. Nun bieten mir hierzu die weitläuftigen, unterirdiſchen Räume dieſes Schloſſes einen weiten Spielraum und du ſollſt mein Begleiter und Beiſtand bei meiner beabſichtigten Durch⸗ ſtörung ſein. Während ich eine brennende Laterne, eine Brechſtange und einen Hammer trage, verſiehſt du dich mit einer Hacke und Schaufel, als den vielleicht nöthigen Werkzeugen. Ich habe anbefohlen, daß man uns in kei⸗ nerlei Weiſe ſtöre oder abrufe, und ſollte der König von Frankreich in eigener Perſon uns beſuchen wollen.“
Störſteffen und ſein Sohn traten ihre Wanderung an, wobei der Vater die Vorſicht gebrauchte, jenes Ge⸗ wölbe, welches einſt den Schatz verborgen gehalten hatte, zuletzt aufzuſuchen. Bis dahin war den beiden Störſteffen nichts Außerordentliches aufgeſtoßen.
„Hm!“ ſagte der alte Störſteffen etwas ärgerlich— „ſollten wir denn ganz umſonſt uns bemüht haben? Und
ich hatte mir keine kleine Ausbeute für meine Neugierde
in dieſem alten Schloſſe verſprochen, deſſen unterirdiſcher
Bau mich ſchon damals ſo lüſtern machte, da ich noch
als Schloſſer hier arbeitete.“


