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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Sie mir's nicht übel dem Könige von Spanien, wel⸗ cher bei Todesſtrafe verboten hat, die Königin, ſeine Ge⸗ mahlin, zu berühren, ſo daß niemand es wagt, die Königin zu retten, wenn ſie von einem ſcheu gewordenen und durchgehenden Roſſe geſchleift wird, weil das, ohne ſie zu berühren, nicht geſchehen kann. Dieſer ſpaniſche Stolz läßt daher lieber die Königin eines ſchrecklichen Todes ſterben, als ſie anrühren!

Mein Herr! ſprach der Marquis ſtolz Sie denken und ſprechen wie ein Bürger. Ich dagegen wie ein Edelmann. Daher werden ſich unſere Meinungen

niemals vereinigen.

Ich hoffe, ein Edelmann zu werden antwortete Störſteffen lächelndwerde aber auch dann noch eben ſo denken wie ich zeither gethan habe. Nochmals, Herr Marquis! bis morgen früh zehn Uhr warte ich auf Ihre letzte Erklärung. Bleiben Sie bei Ihrer Weigerung, ſo mache ich den Kauf mit dem Herrn Grafen von Tartonne richtig. Bis dahin empfehle ich mich Ihnen.

Nachdem Störſteffen gegangen war, verſank der Marquis in tiefe Gedanken.

Ach, wie gern wären Franz und Helviſe zu Stör⸗ ſteffens geeilt, um ihren Hunger zu ſtillen! Aber ſie durften das nicht wagen, weil der Großvater nicht mehr zu Herrn Dupont ging, ſondern ſtets daheim blieb.

Der Marquis beſaß noch immer ſeine goldene Doſe

und etwa die Hälfte der Brillanten darin. Allein er

3 ſcheuete ſich, einen oder einige davon auszubrechen und