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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Die Kinder zerfloſſen in Thränen.

Da ſchmolz auch der Eiſenpanzer, mit dem der Marquis ſein Herz gegen die ſtillen Vorwürfe ſeiner En⸗ kel gewappnet hatte. Er nahete ſich ihnen und ſprach mit ganz verändeter, weicher Stimme:

Ich kenne die Urſache eurer Thränen. Das Geld Störſteffens iſt's, das ihr betrauert. Aber mit Unrecht. ʒ Ich muß es beſſer wie ihr unverſtändigen Kinder wiſſen. Ihr wollet etwas verkaufen, was euch Niemand in der Welt wiedergeben kann. Verlorenes, entwendetes und geraubtes Gut kann man auf irgend eine Art wieder er⸗ langen oder erſetzt bekommen; doch den ehrenvollen Na⸗ men eines alten, edeln Geſchlechts niemals. Dieſen edeln Namen haben eure Vorfahren mit ihrem Gute und Blute erkämpft und rein bewahrt bis auf den heutigen Tag. Ich für meine Perſon werde zwar den Namen Beaulis nicht lange mehr führen, weil meine Lebenstage gezählt ſind. Allein ihr könnet deſto größeren Nutzen davon ziehen, mehr noch, als von etlichen vollen Geldſäcken. Wollte ich euren Namen und hohen Stand verkaufen, ſo würdet ihr, wenn ihr erwachſen und verſtändiger ge⸗ worden ſeid, mir deshalb noch im Grabe die bitterſten Vorwürfe machen.

O nein! nein! ſprachen Franz und Helviſe ein⸗ müthig.

Und nicht bloß ihr fuhr der Marquis, die Einſprache ſeiner Enkel unbeachtet laſſendſondern auch die Welt, eure Standesgenoſſen, ja ſelbſt euer ſeli⸗