138
—ſchonen Geſchichten nicht leſen können, welche ſo hübſche õ Bilder haben.“
Dieſe Antwort gab dem Marquis einen ſchmerzhaften Stich in's Herz. In großer Stille und Langſamkeit verſtrich die Zeit bis zum Mittage.*
„Großpapa, wollen Sie mir Geld geben“— fragte Helviſe—„daß ich etwas zu eſſen beſorgen kann?“
„Hm! hm!“ verſetzte der Marquis ganz verlegen— „ich bin nicht hungrig und hoffentlich könnt ihr es auch noch ein paar Stunden mit anſehen.“
Bedeutſam nickte Helviſe ihrem Bruder zu.„Hab' ich's nicht vorausgeſagt“— flüſterte ſie ihm zu—„daß nun das Hungern beginnen würde? Und wann der Winter kommt, auch das Frieren, wenn wir nicht ſchon eher ſterben müſſen.“
Plötzlich pochte es draußen gegen die Thür. Der Marquis fuhr zuſammen.„Geh' und ſieh, wer da iſt“ — gebot er ſeinem Enkel. Dieſer kehrte mit einem Briefe in der Hand zurück.
„Der Diener des Herrn Störſteffen brachte ihn“— berichtete Franz.„Zugleich will er wiſſen, ob er auf Antwort warten könnte.“ aſtig erbrach der Marquis das Schreiben. Nach einigen unverſtändlich abgeleſenen Worten fuhr der Mar⸗ quis lauter fort:—„Auf meine Aufforderung in den öffentlichen Blättern haben ſich ſehr viele und edle Ge⸗ ſchlechter gemeldet, welche für eine mäßige Summe mir
ihren Titel und Namen verkaufen wollen. Allein bevor *


