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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
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[Giessen] [2025]
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können und dürfen, wenn Sie den Kaufantrag eingehen? Sie aber finden vielmehr eine Beleidigung in dem wohl⸗ gemeinten Antrage des Käufers!“

„Alle Gleichniſſe hinken und das Ihrige ganz be⸗ ſonders“— verſetzte der Marquis kurz.„Sie wiſſen meine Meinung und dieſe iſt unumſtößlich.“

Da ging Meiſter Störſteffen.

„Wunderlicher Mann, der alte Marquis!“ ſprach er kopfſchüttelnd.„Wüßte ich, daß ich, mein Sohn, meine Frau oder Tochter eben ſo verſtockt würden, wenn wir den Namen Beaulis annähmen: ſo würde ich mich für denſelben bedanken.“

„Geh', du geldſtolzer Schtoſſermeiſter!“ brummte der Marquis, als Störſteffen fort war—„der du meinſt, mit deinen Geldſäcken mir die Ehre abkaufen zu können. Dir freilich wäre Alles für Geld feil und daran erkennt man das unedle Blut.“

In der darauffolgenden Nacht konnte der Marquis faſt kein Auge zuthun, was ſehr oft ein Beweis iſt, daß es um unſer Gewiſſen nicht recht richtig ſteht. Aber auch Franz und Helviſe durchwachten faſt die ganze Nacht, wenn ſchon nicht wegen Gewiſſensbiſſen, ſondern aus Kummer. Ihr Großvater hörte ſie beide unter ihren Lagerdecken leiſe ſchluchzen.

„Warum weint ihr?“ fragte er ſtreng.„Was giebts?“

„Nichts, lieber Großpapa!“ verſetzte Franz furcht⸗

ſam.„Wir hatten einen böſen Traum.“