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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Enkel annehmen und ſie nach ihrem Stande erziehen laſſen. Sonach bin ich den armen Kindern nur ein Hin⸗ derniß ihres Glücks, anſtatt ihre Hülfe. Ich begehe da⸗ her auch kein Unrecht, wenn ich mich eines Lebens ent⸗ äußere, das für mich nichts als Dornen enthält. Gut, ich darf ja nur in den erſten beſten Waffenladen treten und es wird mir ein Leichtes ſein, einen Degen in die Hand zu bekommen, mit dem ich mein blutendes Herz durchbohren kann.

Im Begriff, die Brücke zu verlaſſen und ſein Vor⸗ haben auszuführen, fühlte der Marquis plötzlich ſeine auf den Rücken gelegte Hand leiſe, aber warm berührt. Be⸗ troffen wendete ſich der Marquis um und ſagte zerſtreut: Ach, du biſt's, Franz?

Es war ein Knabe von etwa zehn Jahren, in ähn⸗ licher Weiſe bekleidet wie der Marquis: nett, reinlich, aber mit den Zeichen der Dürftigkeit, die ſich gern ver⸗ bergen möchte. An dem Jäckchen, deſſen Aermel um ein bedeutendes Stück zu kurz waren, ſo wie an den Bein⸗ kleidern, die eine gleiche Kürze hatten, ſah man, daß der Träger dieſer Kleidungsſtücke lange keine neuen bekommen hatte und ſeitdem beträchtlich gewachſen war. Aber der Kleine ſchien ungleich froher gelaunt als ſein Groß⸗ vater, und in ſeinem fein gebildeten, etwas bleichen und magern Geſichte blitzten zwei muntere, dunkelbraune Augen.

Was willſt du hier, mein Sohn? fuhr der Mar⸗ quis zu ſeinem Enkel fort, welcher die Hand ſeines Groß⸗ vaters nicht wieder aus der ſeinigen ließ.Geh' nach