10
Taſche.„Dieſe Ritter von der traurigen Geſtalt wollen das Kind nicht bei ſeinem rechten Namen nennen. Ja, ja, hätte ich dem armen Schlucker einen Beutel mit tau⸗ ſend und mehr Goldſtücken eingehändigt, er würde ganz anders geſprochen haben und fröhlich mit dem Almoſen davon gegangen ſein.“
In völliger Verzweiflung verließ der Marquis von Beaulis des Miniſters Palaſt. Das Leben war ihm eine Laſt geworden, welche er je eher, je lieber von ſich zu werfen gedachte. Wohin er kam und ging, warteten des verarmten Edelmannes nur Demüthigungen aller Art. Erſt hatte ihm der Hohn des Grafen von Briſſac, dann des Miniſters Benehmen das Herz zerfleiſcht.
Vernichtet wankte er durch die Straßen von Paris und inſtinktartig dem Seinefluſſe zu. Als er von der Brücke hinab in die dahin rauſchenden Fluthen ſtarrte, drängte es ihn, ſich in das naſſe, kalte Grab zu ſtürzen. Was war's, das ihn von dieſem Verbrechen abhielt? Der Gedanke an Gott, an die zu begehende Sünde und an die dafür ſeiner in der Ewigkeit harrende Strafe? Nein, o nein! Der Stolz des Edelmanns war es, welcher den Tod des Ertränkens als zu gemein und eines Ritters unwürdig verdammte. Hätte der Margquis eine Piſtole oder einen Degen beſeſſen, er würde mit dem Selbſtmorde nicht gezaudert haben.
Die abmahnende Stimme ſeines Gewiſſens zu über⸗ täuben, ſprach der Margquis zu ſich ſelbſt:„Wenn ich nicht mehr bin, ſo muß der Staat ſich meiner beiden


