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glaube ich vor einem Freunde meiner Familie zu ſtehen, welcher eine Ausnahme von jenen verſchwundenen Freunden macht.“
Der Miniſter fühlte den erhaltenen Stich und zog deshalb eine bitterſüße Miene. Der Vater des Marquis hatte ſich ſeiner, als eines jungen, mittelloſen Mannes angenommen und ihn ſtudiren laſſen, wodurch der An⸗ fang zu ſeiner glanzvollen Laufbahn gemacht worden war.
Es iſt aber kein gutes Zeichen, wenn man ſich an empfangene Wohlthaten erinnern und zur Dankbarkeit auffordern läßt. Daher zog ſich der Herr Miniſter in eben nicht großmüthiger Weiſe aus ſeiner Verlegenheit. Er trat ein wenig abſeits, ſuchte in der Taſche, klimperte mit Gelvſtücken und reichte dann dem betreten daſtehenden Marquis die Hand, wie man bei einem Diener oder Bettler zu thun pflegt, dem man ein Trinkgeld oder ein Almoſen verabreichen will.
Auf's Tiefſte verletzt, trat der Marquis einen Schritt zurück, wobei er ſeine Hand dicht an ſich zog.
„Verzeihen Sie, Herr Miniſter“— ſprach er ent⸗ rüſtet und ſtolz—„nicht um ein Almoſen von Ihnen für meine Enkel zu erbitten, kam ich zu Ihnen. So tief ſind wir noch nicht gefallen. Lieber vor Hunger und Entbehrungen umkommen, als uns zu Bettlern erniedrigen — ſprechen die letzten Marquis von Beaulis.“
Und der Marquis verbeugte ſich und ging.
„O der lächerliche Bettelſtolz!“ ſprach der Miniſter erzurnt und ſteckte die beiden Goldſtücke wieder in die


