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Störsteffen und sein Sohn, oder: Stolz und Liebe : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
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[Giessen] [2025]
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wehe! Frankreichs Adel iſt für die Geſetze der Ehre er⸗ ſtorben.

Mit ſtillem Ingrimm ſetzte hierauf der Marquis ſeinen Weg nach dem Palaſte des Miniſters Senriques fort. In deſſen Vorzimmern fand der Marquis eine zahl⸗ reiche Verſammlung vor, welche insgeſammt zur Audienz gelaſſen ſein wollte. Auch der Marquis vermehrte durch ſeine Perſon die Zahl der Vittſteller. Als er den Diener des Miniſters ihn anzumelden bat, maß jener den Mar⸗ quis mit einem flüchtigen Blicke von oben bis unten, und dieſer Blick ſagte ihm, daß er einen armen, herunterge⸗ kommenen Edelmann vor ſich habe, der, obſchon Marquis und Ritter des heiligen Ludwig, jedenfalls nur in der Abſicht gekommen ſei, um den Miniſter mit Klagen und Bitten zu beläſtigen. Darum beeilte er ſich nicht, das Geſuch des Marquis zu erfüllen, ſondern meldete zuerſt alle die, welche, indem ſie des Dieners Hand verſilberten, deſſen Beine und Zunge dienſtwilliger zu ſtimmen wußten.

Es ging dem armen Marquis von Beaulis genau eben ſo, wie noch heutzutage allen denen, welche vom Glücke weder durch Empfehlung, noch durch Reichthum, noch durch Ehrenämter bevorzugt worden ſind. Mit na⸗ gendem Schmerze mußte er mit anſehen, wie Einer nach dem Andern, ſelbſt ſpäter als er Erſchienene, zur Audienz gelaſſen wurden, während er überſehen und unbeachtet im Vorzimmer zurückbleiben mußte. So kroch langſam Stunde auf Stunde hin, und nicht bloß der Gram, ſondern auch

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