Druckschrift 
Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

155 auch die beiden anderen Sternbuben mehr dahin ſchleppen ließen als daß ſie ſelbſt gegangen wären.

Die Retter hatten vor ihren Geretteten das voraus, daß ſie in ihren naſſen Kleidern eher ſchwitzten als froren, indem ihnen ſowohl ihre nicht leichte Bürde, als auch die raſche Bewegung warm genug machte. Noch ſchneller eilten Helene und Mathilde voraus, um die Mühlenbewohner von der Ankunft der Sternbuben zu benachrichtigen und den⸗ ſelben eine, ihrem Zuſtande angemeſſene Aufnahme zu be⸗ reiten. Bald waren die drei Knaben nach ihrem Eintreffen in der Mühle von ihrer durchnäßten Kleidung befreit, mit trockner Leibwäſche angethan und in wohlausgewärmte Betten geſteckt worden. Zugleich flößte man dem Jürgele wie dem Hanſel heißen Fliederthee und auch eine Taſſe Glühwein ein, während man dem noch immer lebloſen Ba⸗ ſtian mit ſcharfem Bürſten übel zuſetzte, um deſſen Lebens⸗ geiſter wieder zu erwecken.

Wie der Holzhauer, der Beſenbinder und der Holz⸗ ſchuſter ſo eilig über Berg und Thal dahinrannten! Wie ſie ſich weder Ruhe, noch Raſt vergönnten und ſelbſt ihre Mahlzeit im Laufen hielten! Den Weg bis zur Erlenmühle, welchen ſingend zurückzulegen, die Sternbuben drei volle Tage Zeit gebraucht hatten, machten deren Väter in einem einzigen Tagemarſche. Noch bei Tage langten ſie vor dem Ried an, welches allein ſie als die in Feuerig's Traume vorgekommene Unglücksſtätte erkannten. Der Inſtinct oder