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Pauſen erneuerte ſich das Pfeifen und die kurz herausge⸗ ſtoßenen Töne klangen ſo ängſtlich, ſo hülfeflehend! Sie zerriſſen Veronels Herz.
„Ich bitte dich um Gotteswillen!“— bat ſie den Knecht—„laß uns ein Stück näher nach dem Ried gehen, um zu ſehen, wer dort ſo angſtvoll pfeift. Gewiß, ja gewiß ſind's die Sternbuben.“
„Oho!“ verſetzte der Knecht—„wenn's die Stern⸗ buben wären, ſo würden dieſe ſicher nicht bloß pfeifen, ſon⸗ dern gar gewaltig ihre Stimmen erſchallen laſſen. Uebri⸗ gens hat mir mein Herr geheißen, die Förſterstöchter heim zu geleiten und nicht in das vermaledeite Ried, in dem wir insgeſammt ertrinken könnten.“
Taub gegen die vereinten Bitten der drei Mädchen ſetzte der Knecht ſeinen Weg fort. Nothgedrungen mußten jene ihm folgen. Dabei aber ſchnitt jeder neue Pfiff wie ein zweiſchneidiges Schwert durch Veronels Herz.
Plötzlich ſtieß der Knecht die zitternd ausgeſprochenen Worte heraus:„Gott ſteh⸗ uns bei! Da kommt ſchon ein Räuber auf uns los!“ Die Laterne drohte dem Haſenherz aus der Hand zu ſinken.
Mathilde aber rief freudig aus:„Iſt's wahr, Bernd, daß du ein Räuber geworden biſt? Unſer Laternenträger behauptet das und du magſt dich nur vor ihm rein waſchen.“
„Euer Vater ſchickte mich ab“— entgegnete der Jäger⸗ burſche lachend—„um zu ſehen, wo ihr ſo lange bliebet, und euch nöthigenfalls heimzugeleiten. Nun kannſt du mit deiner Laterne wieder heimgehen, Görge!“ fuhr er zum Knechte ſpöttiſch fort—„wir brauchen deiner nicht mehr.


