148
liches Schluchzen, das ſich ſpäter in leiſe und immer ſeltener ausgeſtoßene Seufzer verwandelte und zuletzt in die tieſſte Todtenſtille überging.
Rabenſchwarz ſenkte ſich die Nacht des letzten Decem⸗ bers auf die ſtillruhende Erde hernieder und hüllte mit ihrem dichten Schleier die Sternbuben im Sumpfe ein, welche mit erſtarrten Händen den Stab mit dem Stern um⸗ klammert hielten, gleichwie ein Schiff im Sturme an ſeinen letzten Nothanker ſich hängt, und in ſtiller Ergebung ihr Ende erwarteten.
Am Nachmittage des Neujahrsheiligenabend waren die beiden Förſterstöchter zu Beſuch in die Erlenmühle gekom⸗ men. Daſelbſt hatten Meta und Veronel ihnen von den Sternbuben aus Lug und deren heute noch erwartete Zu⸗ rückkunft erzählt, zugleich die Mädchen auf morgen einge⸗ laden, damit ſie der Aufführung der Sternbuben und dem nochmaligen Anzünden des Chriſtbaums beiwohnen möchten. Es war dunkel geworden und immer noch kein Sternbube zu ſehen, daher ſich Helene und Mathilde endlich zum Heim⸗ wege rüſteten. Veronel begleitete die beiden Mädchen und der Müller geſellte ihnen noch ſeinen Fahrknecht mit einer bren⸗ nenden Laterne bei. Deren Licht war es, welches die im Sumpfe verſunkenen Sternbuben erblickten und das vom Hanſel für ein Irrwiſch gehalten wurde. 3
„Was iſt das?“ fragte Veronel betroffen, als das durchdringende Pfeifen zu ihren Ohren gelangte.„Dort


