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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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auffinden zu können. Nun richteten die Sternbuben ihre 3 Blicke in die Ferne, in der Hoffnung, von dort her eine Hülfe nahen zu ſehen oder zu hören. Um ſich derſelben kund zu geben, vereinten ſie ihre Stimmen zu einem weit⸗

hin ſchallenden Hülferuf. Die Aermſten! Sie hatten ver⸗ . geſſen, daß ihre gänzlich heiſeren Kehlen ja keines lauten Tones mehr mächtig waren. Darum erſtarb ihr verſuchtes Aufſchreien gleich dem Hülferufe eines Ertrinkenden.

Nachdem weder in der Nähe, noch in der Ferne ein

6. Retter aufzufinden war, ſuchte Hanſel einen ſolchen in der Höhe über ſich, indem er mechaniſch das Vaterunſer her⸗ betete, von deſſen ſieben Bitten jetzt nur zwei, die dritte und ſiebente, hierher paßten. Gottes himmliſches Reich war den unglücklichen Knaben jetzt näher als ſie dachten, und, eingehend in daſſelbe, würden ſie von jeglichem Uebel er⸗ löſet worden ſein. So wie Hanſel das Amen zum Schluſſe geſprochen hatte, ließ ſich Baſtians heiſere Stimme ver⸗ nehmen. Der gute Junge ſchien bereits bewußtlos zu ſein und in ſeinen wirren Gedanken als Sternbube vor einem

Hauſe zu ſtehen glauben. Denn er ächzte und trichite mit geſchloſſenen Augen die Verſe her:

Und wer dies Kind mit Freuden küſſen und umfangen will, muß vorher mit ihm leiden groß Pein und Marter viel. Darnach mit ihm auch ſterben und geiſtlich auferſtehn,

ewig's Leben zu erben,

wie an ihm iſt geſchehn.

He ja, he ja! wie an ihm iſt geſchehn. Nieritz, Stern, Stab und Pfeife. 10