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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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141 auf⸗ und herausgequollener Inhalt war längſt ſchon eine Beute der gefräßigen Sumpfbewohner geworden. Da trug der tief darnieder gebeugte Vater ſein todtes Kind an's Ufer, wobei ſeine Augen ebenſo reichlich von Schmerzens⸗ zähren trieften als der Leichnam Hanſels von ſchmuzigen Waſſertropfen. Und der ſonſt ſo rauh auftretende und ſprechende Holzhauer rief jetzt mit den ſanfteſten Schmeichel⸗ tönen ſein Hanſel beim Namen und bat denſelben, doch wie⸗ der lebendig zu werden. Während aber Hanſel ſtumm und unbeweglich wie ein Holzſcheit verblieb, regte ſich drüben im Sumpfe des Sternträgers Jürgele hervorragende Hand und bewegte den Stab, ſo daß ſich der Stern langſam zu drehen begann. Und Baſtiänel erhob ſein Haupt mit dem vormaligen Mohrengeſicht, das aber durch das lange Liegen im Waſſer wieder weiß gewaſchen worden war, und rief mit heiſ'rer Stimme zu Hanſels Vater herüber:„Hole uns nach! hole uns nach!“ Aber die Fröſche erhoben hierauf ein Zetergeſchrei, in welches die Unken traurig einſtimmten. „Nein, nein, nein!“ riefen ſie abwehrend aus—„%ſie ge⸗ hören uns, uns, uns! Laß ſie hier! hier! hier!“ Und auch die Schilfſtängel rauſchten unwillig und flüſterten vernehm⸗ lich:„Sie gehören uns, uns, uns!“ und beugten ſich tiefer als bisher zu den beiden Todtenſchläfern im Sumpfe her⸗ nieder, als wenn ſie dieſelben, wie man den Leichen der

Vornehmen thut, nit theuer bezahlten be⸗

decken wollten. Hier erwachte der Holzhauer vor Entſetzen und fühte ſeinen Körper mit eiskaltem Schweiß gebadet. Sobald der Morgen graute, eilte er zu dem Holzſchuhmacher und