137 weit weniger gefroren hatten als jetzt im Thauwetter, deſſen kältende Näſſe ihre Körper ſchauern machte. Am erbar⸗ mungswürdigſten ſah der Mohrenkönig Baſtian aus, wel⸗ cher einer ſchwarzen Krähe glich, welche böſe Buben übel zerrupft, dann in's Waſſer geworfen, wieder herausgezogen und hohnlachend laufen gelaſſen haben. Ohne zu murren oder zu klagen, ertrug Baſtian ſein widriges Geſchick und nicht einmal ſein Antlitz verrieth eine traurige Miene, weil eine ſolche wegen der Negerfarbe nicht zu unterſcheiden war. Hanſel ſeufzte jetzt unter der Laſt ſeines Brotſäckleins, deſſen Inhalt, vom Regen durchweicht, immer ſchwerer ward, ohne deshalb an Menge zuzunehmen. Aber als ein von Jugend auf an Entbehrungen und Leiden gewöhnter Menſch erduldete auch er, wie Baſtian, ſtill dasjenige, was Schweres ihm das Schickſal jetzt zutheilte. Wie hätte da der an Jahren und Erfahrung ältere Jürgele von ſeinen ſchwächeren Gefährten ſich beſchämen laſſen können und in unnütze, laute Klagen ausbrechen wollen?! Er, der Unter⸗ nehmer und Anführer des Sternbubenzuges, durfte nicht durch Kleinmuth ihre gemeinſame, ſchlimme Lage noch trüb⸗ ſeliger geſtalten, nicht bloß mit dem Sterne, ſondern auch mit gutem Beiſpiele vorangehen. Aber ſogar der todte, hölzerne Leitſtern hatte unter dem Einfluß der üblen Wit⸗ terung gelitten, indem ſeine goldgelbe Farbe auf ſeines Trägers weißes Hemde herniedertropfte und der ihn bewe⸗ gende Draht mit Roſt ſich überzogen hatte, welcher ihm das raſche Umdrehen verwehrte. Wie ſehnten ſich die armen, müden, durchnäßten, froſtzitternden Sternbuben nach der Erlenmühle, nach Ruhe, nach einem ſichern Obdach,
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