133 Königskleider, ſowie ihre goldenen Kronen ab und ſetzten ſich an den großen Tiſch, den die Müllerin mit einer kräf⸗ tig gewürzten Bierſuppe, mit Brot, Butter, Wurſt und Käſe beſchwert hatte. Nach einer dreitägigen, beſchwerlichen Wanderung, bei Kälte und Schneegeſtöber, erfreuten ſich die Sternbuben eines Mahles, wie ſolches kein irdiſcher König halten kann und wird. Die Müllersleute hatten ihre einzige Freude am Zuſehen, wie überaus gut ſich ihre Gäſte Alles ſchmecken ließen und wie ſchnell die Suppen⸗ ſchüſſel ſammt den Tellern geleert wurden. Veronel brei⸗
tete ſpäter die erhaltenen Weihnachtsgeſchenke vor den— Sternbuben aus und wollte, ihnen zu Ehren, ihren Feſt⸗
fladen anſchneiden, auch ihr wohlabgezähltes Schock Aepfel und Nüſſe anreißen, ja ſogar den halben Pfefferkuchen opfern, allein die Müllerin gab ſolches nicht zu, ſich ſelbſt es ausbedingend, daß ſie in ähnlicher Weiſe die Stern⸗ buben erquicke.
Nach aufgehobener Tafel ſchüttete Baſtian, der ſeine Mohrenfarbe ebenſo wenig ablegen durfte, wie Hanſel ſein Nußbraun, mit ſeinen ſchwarzen Händen den Inhalt ſeines Lederbeutelchens auf den Tiſch aus und nun ſetzten ſich die überglücklichen drei Könige hin, unter Veronel's und Me⸗ ta's Beiſtande, ihre eingeſammelten Schätze zu überzählen. Rit ſolchen freudeglänzenden Augen hatte der reiche Müller noch niemals ſeine vollen Geldſäcke beſchaut, wie die Stern⸗ buben jetzt die kleinen Stücken von Scheidemünze, und er warf ſich in ſeinem Innern vor, weniger dankbar ſein Glück
erkannt zu haben, als die Sternbuben ihre armſeligen
Kreuzer. Der Müllerin näßten ſich ſogar die Augen, als *


