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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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gehörte, ſo ſtrömte deſſen geſammte Bewohnerſchaft hinaus, um den Thatbeſtand mit eigenen Augen zu ſchauen. Der Leichnam der armen Frau war bereits auf Veranſtaltung der Ortsgerichte an das Ufer gebracht und von dem Ge⸗ richts arzt als völlig entſeelt befunden worden. Jetzt han⸗ delte ſich's nur noch um das Begräbniß des Leichnams, über deſſen Art und Weiſe ſich ein lebhafter Streit unter Lug's Bewohnern entſpann.

„Wozu noch lange Federleſens machen?“ rief endlich der Schulze aus.„Es wird ein Loch neben dem Unken⸗ loche gegraben, die Leiche hineingeſchleift und eingeſcharrt.“

„Ja, ja, ſo iſt's recht!“ riefen die Männer aus.„Holt Schaufeln und Erdhauen herbei!“

„Nicht alſo, meine Freunde!“ ſprach der ſ. welcher ſich unter den Anweſenden befand und jenen Aus⸗ ſpruch mit Trauer vernommen hatte.„Sollten wir dieſes unglückliche Weib, das unſere Nachbarin und eine Chriſtin war, gleich einem todten Hund behandeln wollen? Das ſei fern von uns! Denn wer unter uns ſchätzte wohl nicht ein ehrliches und chriſtliches Begräbniß in geweihter Erde als das letzte aller irdiſchen Güter, das uns die Nächſtenliebe noch im Tode ſchenken kann?“

„Ein Selbſtmörder verdient kein ehrliches Begräbniß“ — rief der Schulze hitzig aus—„ſondern muß eben wie ein todter Hund verſcharrt werden, damit ſich Andere ein Exempel daran nehmen.“

„Wer hat Euch, Nachbar Fehrmann, zum Nachrichter über die Todte geſetzt?“ fragte Beier ſanft.„Wir ſind

allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir vor 3*