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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Deckbett. Zugleich war's dem alten Mann, als ſchaue ein bleiches Frauenantlitz durch das Fenſter herein und wim⸗ mere in kläglichen Tönen.

„Dummes Zeug!“ murmelte Beier—„Was ſollte die Näther⸗-Chriſte jetzt hier wollen? Ein Schatten iſt's, der mich foppt, und dazu eine Katze, welche mir ein Ständ⸗ chen bringt.“

Der Schulmeiſter wendete ſein Antlitz nach der Wand ab, allein das Bild der unglücklichen Mutter wollte nicht vor ſeinen Augen verwiſchen. Lange noch blieb der Schul⸗ meiſter wach und entſchlief erſt ſpäter wieder unter einem guten, chriſtlichen Vorſatz.

Als am Morgen die Sonne den bleichen Mond ver⸗ drängt hatte und ihre golden funkelnden Strahlen dem Schulmeiſter gerade in's Angeſicht leuchteten, erwachte dieſer und kleidete ſich an. Sonderbar! ſtatt des frommen Dank⸗ gefühls, das der Schulmeiſter an jedem Morgen in ein from⸗ mes Morgengebet einkleidete, konnte er jene Strophe aus dem wohlbekannten Trinklieder„Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher“, nicht aus dem Sinne bringen, welche lautet:„Und wüßten wir, wo Einer traurig läge: wir brächten ihm den Wein.“ Wohl wußte der Schulmeiſter nicht Einen, ſondern Eine, welche traurig lag oder vielleicht gar nicht zur Ruhe und zum Liegen kommen konnte. Frei⸗ lich mangelte ihm der Wein; allein er beſaß dafür eine an⸗ dere Gabe, welche ungleich beſſer und ſtärkender war als

ein Becher des älteſten und theuerſten Weins.

Das arme Walddörflein Lug beſaß weder Kirche noch

Pfarre. Darum erachtete ſich der Schulmeiſter Beier als

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