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ihr Grab fallen und Giftgewächſe an der Stelle ſüßduften⸗ der Sommerblumen darauf hervorkeimen würden. Sie vermochte nicht länger das Lied mit anzuhören, das noch immer in ihren Ohren forttönte, nachdem es längſt verhallt war. Laut ſchluchzend, in wildes Geheul zuletzt ausbrechend, entrann das unglückliche Weib durch die Hinterthüre ihrer Hütte. Wie wenn ſie von Hetzhunden verfolgt und gejagt würde, eilte ſie mit beflügelten Sprüngen davon. Keuchend rannte ſie über Wieſen und Accker, durch Haidegeſtrüpp und Erlenbüſche, ein Ziel, einen Ort unabläſſig vor ihren Augen habend, wo ſie Ruhe und Erlöſung von ihrer namenloſen Qual zu finden hoffte. Die unglückliche Mutter!
Das dritte Kapitel.
Ein Begräbniß.
In der Nacht, welche auf den vorher beſchriebenen Tag folgte, erwachte der Schulmeiſter von Lug, Jeremias Beier, aus dem Schlafe. Er hatte unruhig und zwar ſehr natür⸗
lich von dem eingefangenen Räuber, dem Näther⸗Hans, ge⸗ träumt. Der Vollmond draußen am nächtlichen Himmel warf ſein bläuliches Licht durch des Schlafkämmerleins kleines Fenſter auf das Lager des Schulmeiſters und malte ein ſchwarzes Kreuz, den Schatten des Fenſters, auf das


